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Text-Vorlage: Schleswig Holsteinisches Wörterbuch
 


SCHLESWIG-HOLSTEINISCHES WÖRTERBUCH
(Volksausgabe)
Herausgegeben von Otto Mensing, Dritter Band K bis P
Verlegt bei Karl Wachholtz, Neumünster 1931

Zum Brauchtum des Laternelaufen wurden folgende Einträge gefunden:

Latern, Lantern (s. d.) f. „Laterne", früher Lücht genannt.
Laternenlieder (Martinslieder), beim Rundgang mit Papierlaternen (früher ausgehöhlten Kürbissen) an den Herbstabenden von den Kindern gesungen:
l. Martin, Martin, Hälken,
harr en rood Fälken,
harr en rode Rockschen an,
dat wer unse Martensmann
Eiderstedt

Andere Fassung s. Forken II, 211.
2. Lampüster, Lampüster usw. (s. d.).
Fortsetzung s. Moderspr. 6, 110 (Elmshorn).

Heute beginnt das Lied meist hochdeutsch:
3.Laterne, Laterne,
Sonne, Mond und Sterne,
meine Laterne, die brennt so schön,
da kann man. mit spazieren gehn
in dem schönen Wald, wo die Büchse knallt.

und wird dann plattdeutsch fortgesetzt:
a) Oolsch mit de Lücht
kann 't Bett (de Trepp) ni finnen,
fallt mit de Lücht (de Nes, de Eierkiep)
na 't Kellerlock (na 'n Bummskeller,
s. II, G84) rin;
de Keller is so deep,
fallt mit de Nes in Seep;
de Seep de is so dür,
fallt mit de Nes in 't Fiir;

dat Für is so hitt,
fallt mit de Nes in Kitt;
de Kitt is so hatt (lang),
fallt mit de Nes in 't Fatt (in'n. Drank);
dat Fatt dat geit twei,
leggt de Hahn. 'n Ei. Juuchheisa! (juuchhahndrei!).

b) Oolsch mit de Lücht,
de de Lüd bedrüggt,
de de Eier haalt
im se nich betahlt;
de Bäcker de backt
de Stuten to lütt,
de Koopmann gifft
to wenig in de Tüt.

Die Fassungen a) und b) werden auch kombiniert, oder durch andere Lieder fortgesetzt; z. B.
a) Greten, kiek mal ut de Luuk,
buten is dat düster
(s. d. I, 948). ß)
ik mag so gern in Maandschien gahn,
wenn bloots de bösen Räubers (Rieders) ni kamen,

dor kaamt se her
mit 'n Scheetgewehr,
hurra! hurra! hurra!

y) meine Laterne ist kugelrund,
söbentein Snieders wägt achtein Pund,
mit de Nadel un de Scher
wägt se ok keen Loot ni mehr.

 
 
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