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Text-Vorlage: Hadeler Wörterbuch
 


HADELER WÖRTERBUCH
Der plattdeutsche Wortschatz des Landes Hadeln (Niederelbe) von Heinrich Teut,
Dritter Band L bis R
1959,
Karl Wachholtz Verlag Neumünster

Zum Brauchtum des Laternelaufen wurden folgende Einträge gefunden:

Latern (Ton auf -tern) f. (Sch. Ot) Mz. Laternen

"Laterne." s. Latüchen.
Das Wort wird nur noch von den Schiffern gebraucht, sonst heißt es Lüchen.

Latern:
Feuerordnung 1575. Rode (links)/ gröne (rechts)/ widde (im Topp) L. (Sch.).

Auch die Kinder haben ihre "Laterne" für die Umzüge auf der Straße, wobei sie Laternenlieder singen. Das nennen sie: Laternelopen.
Früher machten sie die Laternen aus Runkelrüben, Gurken oder Kürbis, die sie aushöhlten und mit halb durchgehenden Einschnitten versahen, durch die das Licht schien.
Die Einschnitte hatten die Form von Sonne, Mond und Sternen (Os Ot No L).

Zss.: Anker-, Backboord-, Faartstörungs-, Fischtopp-, Heck-, Kugel-, Schipps-, See-, Siden-, Signaal-, Stüürboord-, Topp-Latern.

Laternenleed
n. "Lied, das die Kinder singen, wenn sie mit der Laterne gehen."


 

Otterndorf:
Laterne, Laterne,
Sonne, Mond und Sterne.
Brenn auf, mein Licht,
brenn auf, mein Licht,
aber nur die liebe Laterne nicht.

Unsre Laterne ist hübsch und fein,
da kann man mit spazieren gehn.
Van Hainborg geit't na Bremen;
wir brauchen uns nicht zu schämen.

Im Walde, im Walde,
wo die Büchse knallte.
De Oolsch mit de Lüch,
de de Lü bedrügg,
de de Eier haalt
un se nich betaalt.

Lapüüater, Lapüüster,
in'n Keller is dat düüster,
da wohnt ein armer Schuster.
Er hat kein Lieht,
er braucht kein Licht,
die liebe Sonne scheint ihm nicht.

Laterne, Laterne,
Sonne, Mond und Sterne.
Wo waant de Peter Kruse?
Achter unsen Huse
op de lüttj Marienstraat,
wo all lüttj Deerns op Holschen gaat.

 
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