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  Laternelaufen   BRAUCHTUM
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3.51
 
Text-Vorlage: Mecklenburgisches Wörterbuch
 


MECKLENBURGISCHES WÖRTERBUCH, Wossidlo / Teuchert
Unveränderter, kleiner Nachdruck der Erstauflage von 1937-1992
Herausgegeben von der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig
,

Karl Wachholtz Verlag Neumünster 1996

Zum Brauchtum des Laternelaufen wurden folgende Einträge gefunden:

Latern, Lantern (Ton auf der zweiten Silbe) für Laterne; früher ein mehr oder weniger großes, meist viereckiges Holz- oder Blechgestell mit darin eingelassenen Glas-, aber auch Pergamentpapierscheiben und einem Talglicht oder einer kleinen Öllampe als Lichtquelle; vgl. Horn Selmsd. 2, 21; Stend. Bill. 60;

die blechernen Stall- und Hofflaternen hatten aus Sicherheitsgründen keine Fenster, sondern nur schmale Schlitze, daher auch runde Form ; s. Abb. Sp. 855 ; bes. seem. Lantern wie in den Zss. Anker-, Sidenlantern.

Bei den Laternenumzügen der Kinder, die in ganz Mecklenburg zur Spätsommerzeit noch heute in Stadt und Land bei einbrechender Dunkelheit üblich sind wie ebenso in Schleswig-Holstein und Oldenburg und im östlich angrenzenden pommerschen Kreise Demmin (siehe Atlas der Volkskunde Karte 42b), dienten früher hauptsächlich ausgehöhlte Kürbisse als Laternen, heute meist Papierlaternenn;

 

gesungen wird dabei z.B.
Laterne, Laterne,
Die Sonne, Mond und Sterne!
Brenne auf, mein Licht,
brenne auf, mein Licht,
Aber ja meine liebe Laterne nicht,

Hamburg, Lübeck, Bremen.
Wir brauchen uns nicht zu schämen.
Meine Laterne ist hübsch und fein,
Darum geh ich ganz allein;
Alleine gehn ist ungesund.
Meine Laterne ist kugelrund.

De Ollsch mit de Lücht,
Dee de Lüd' bedrüggt,
Dee de Eier haalt
Un nich betahlt!

Aal, Aal, Aall!
Madamm, kamen Se mal dal!
Mariken sitt int Kellerlock,
Un de ganze Melk is äwerkaakt

Ro; vielerlei Abwandlungen und Erweiterungen s. Wo. V. 4,621 ff. und S.2601T. Di. 268"; Kü. 2, 291; ME. 3, 416.

 
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