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_Kinderwelt
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  RUMMELPOTT   BRAUCHTUM
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4.11
 
Text-Vorlage: "Rummel, rummel, rögen . . ." von Ilse Schütz
 

2003 erschien die Broschüre "Rummel rummel rögen, giv mi wat in'n Pögen"
im Auftrage des Museumsdorfes Hösseringen - Landwirtschaftsmuseum Lüneburger Heide
Diese Broschüre wurde als Begleitschrift zu einer Sonderausstellung im Museumsdorf Hösseringen,
von Frau Ilse Schütz, der ehemaligen Leiterin des Centro Agost - Museo de Alfareria, einem Töpfereimuseum in
Agost (Alicante, Spanien), erarbeitet.
(Siehe: >Quellennachweis >)

Unter dem Aspekt "Klang- und Schallobjekte, keramische Instrumente" werden auch der Rummelpott, seine Fertigung und die damit verbundenen Gebräuche ausführlich beleuchtet. Die Broschüre bietet über die nachfolgend wiedergegebenen Textauszüge hinaus, weitere umfangreiche Hintergrund-Informationen, Bildmaterial sowie ein ausführliches Literatur-Verzeichniss.
Die hierauf verweisenden, in Klammern gesetzten Ziffern des Original-Textes, wurden übernommen um den Umfang der zusätzlichen Informationen zu verdeutlichen.

Es ist zu beachten
,
daß die hier verwendeten Textauszüge dem Urheberrecht unterliegen
und nicht unautorisiert zur gewerblichen Nutzung verwendet werden dürfen.

Heischegänge
Das gemeinsame Agieren bei Heischegängen oder Bettelumzügen hatte sicherlich in jedem Fall etwas Verbindendes an sich und trug zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls bei.
In Westfalen findet man in der Zeit vor 1900 nur wenige Festtage, an denen nicht die Armen, Burschen oder Kinder von Haus zu Haus zogen und Gaben sammelten" (63).
Oft handelte es sich dabei um das Einsammeln einer Vergütung oder Belohnung für erbrachte Leistungen (64), wie z.B.:
--bei den Gratulationsumzügen der Nachtwächter oder der Hirten in Eschershausen zu Neujahr (65),
-- beim "Altjahrsritt" in Morsum auf Sylt, über den wir lesen: "Zu Pferde ziehen junge Männer von Haus zu Haus, um den Einwohnern ihre Glückwünsche für das neue Jahr zu sagen und erhalten als Gegengabe einen scharfen Trunk. Auch vermummt als Heischende können sie erscheinen.
Die Nordfriesischen Inseln kennen diesen Brauch als, Ütj tu Kenkin' oder Hulken'" (66),
--
bei den Haussegnungen der Sternsinger, die heute noch in manchen Gegenden zum 6. Januar von Haus zu Haus gehen und dafür Spenden für die Mission, für notleidende Kinder etc. empfangen,
-- beim Klopfbrauch am 28. Februar als Sinnbild für das Herausklopfen des Ungeziefers (67) oder den bereits erwähnten Klopfnächten (68),
-- bei den Umzügen der Fuhrknechte in Bremen während der Fastnachtszeit (69),
-- beim Würstesammeln, der "Lütke-Fastnacht" (Kleine Fastnacht), in Nordenau (Hochsauerlandkreis) am Donnerstag nach Fastnacht (70),
-- bei verschiedenen Bräuchen zu Fastnacht oder zu Pfingsten, wo die Hirten in vielen Gegenden von Westfalen von der Bäuerin Würste oder Eier bekamen, worauf sich einige Heischeverse beziehen (71),
-- zu St.Martin, dem 11. November, der mit dem Vieheintrieb, dem Dienstbotenwechsel, Abgaben, Zinsen und Pacht verbunden war (72).

 
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