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_Kinderwelt
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  RUMMELPOTT   BRAUCHTUM
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4.14
Text-Vorlage: "Rummel, rummel, rögen . . ." von Ilse Schütz
 
 

In einer Übersicht zur Herstellung hat das Centro de Documentacion Musical de Andalucia in Granada seine Ergebnisse zusammengestellt:
Keramische Resonanzkörper:
-- Haushaltsgegenstände wie Koch- oder Vorratstöpfe, Wasserkrüge, Blumentöpfe, Gefäße von Wasserschöpfrädern oder Rohre von Wasserleitungen. Es sind also Objekte mit oder ohne Boden.
Membrane:
-- Fell: Kaninchen-, Ziegen- oder Schafsfell.
-- Blase: Schweins- oder Rinderblase.
-- Stoff: Musselin oder Baumwolle
Vorbereitung der Membran:
-- an eine Kalkwand innerhalb oder außerhalb des Hauses gedrückt
-- zum Trocknen an der Luft ausgebreitet
-- mit Salz bestreut und ausgebreitet
Reibestab:
-- Schilf- oder Bambusrohr
-- Weizenstrohhalm

I
n Agost konnte ich nach hartnäckigem Bitten aus erster Hand von älteren Männern lernen, Rummelpötte herzustellen. Da in Agost Kaninchenfleisch bei vielen Mahlzeiten verzehrt wird, standen Felle jederzeit zur Verfügung. Wir haben sie mit Salz bestreut, gespannt und in der Sonne trocknen lassen.
Anfangs kann man sie von Zeit zu Zeit noch mehr dehnen, so daß sich danach normale Koch- oder Vorratstöpfe recht gut mit ihnen bespannen lassen. Dazu wird das Fell wieder in Wasser eingeweicht, damit es geschmeidig wird.
Dann wird in die Mitte des Fells ein Stab gut eingebunden.
Damit er fest sitzt, schneidet man eine Kerbe um ihn herum oder bindet das Fell oberhalb eines Knotens am Rohr fest und spannt es unter kräftigem Zug über die Öffnung (128).

In Cenes de la Vega bei Granada habe ich im Januar 2003 den "zambombero" Rummelpotthersteller Antonio Heredia Cortes besucht. Von August bis November ist er alljährlich damit beschäftigt, mehrere tausend Rummelpötte in neun verschiedenen Größen herzustellen (Abb. 59). Der viertletzte in der (ausgestellten) Reihe hat eine Höhe von 42 cm.
Antonio verkauft seine Rummelpötte an Händler oder auch an seinem eigenen Stand im Zentrum von Granada in der Woche vor Weihnachten.
Die Resonanzkörper gibt er bei dem Töpfer Blas Casares Morales in Monachil (Granada) in Auftrag. Es sind irdene Kegelstümpfe in neun verschiedenen Größen.
Als Membran verwendet Antonio Schafs- und Ziegenfelle, die er zuächst mehrere Tage in eine Tonne mit Kalkbrühe legt. Danach müssen sie gut gewässert werden, um den Kalk wieder zu entfernen. Anschließend werden die Haare von der Haut abgeschabt.

 
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