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  RUMMELPOTT   BRAUCHTUM
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Text-Vorlage: "Krieg ik dree, so wünsch ik Glück. . ." von Helga Ramge
 
 

1997 wurde der Artikel " Krieg ik dree, so wünsch ik Glück" von Frau Helga Range
in dem Heft "Nordfriesland" Nr.120,veröffentlicht. Die Zeitung wird vom "Nordfriisk Instituut" in Bredstedt herausgegeben und erscheint vierteljährlich.
Das "Nordfriisk Instituut" sieht unter anderem die Pflege der friesischen Sprache als ihre Aufgabe.
Frau Ramge studierte Literaturwissenschaft und Friesisch in Kiel, beschäftigte sich besonders mit regionalem Liedgut und trug eine umfangreiche Sammlung schleswig-holsteiner Liederbücher zusammen. Sie ist Herausgeberin des Buches: "Heut bin ich über Rungholt gefahren/die schönsten Balladen aus Nord- und Ostfriesland" und schreibt Artikel in Zeitschriften.
(Siehe: >Quellennachweis >)

Ihr nachfolgend wiedergegebener Aufsatz beschäftigt sich mit der Vielfalt im Brauchtum des Rummelpottlaufens.
Es ist zu beachten, daß der hier veröffentlichte Text dem Urheberrecht unterliegt und nicht unautorisiert zur gewerblichen Nutzung verwendet werden darf.


Am Altjahrsabend wird überliefertes Brauchtum vielerorts lebendig: Der Rummelpott geht um, auch in Nordfriesland.
Das Rummelpottlaufen ist weit verbreitet: Die heute zugänglichen Quellen umfassen ein Gebiet vom Niederrhein bis in die Weichselniederungen und zeigen sich dadurch gleichzeitig als gebunden an das niederdeutsche Sprachgebiet. Im südeuropäischen Raum und sicher noch in vielen anderen Gebieten gibt es ähnliche Bräuche das amerikanische "Halloween" etwa, das am 31. Oktober gefeiert wird. Aber das Rummelpottlaufen, wie wir es kennen, erscheint nur im niederdeutschen Raum.

Herangezogen wurden textliche Beispiele aus Schleswig-Holstein, mit einem Schlenker nach Oldenburg/O. im Westen, Hamburg im Süden und Mecklenburg im Osten. Von Nordschleswig wird berichtet, daß es zwar bis Randers in Dänemark den Brauch des Rummelpottlaufens gab, dazu aber keine dänischen, sondern niederdeutsche Lieder gesungen wurden.
Die Wurzeln der Sitte liegen im geschichtlichen Dunkel. Die erste bildliche .Darstellung eines Rummelpotts findet sich in Wien im Kunsthistorischen Museum. Sie stammt von Pieter Brueghel d. Ä. und heißt "Streit der Fastnacht mit der Faste". Auf dem Bild wird deutlich sichtbar 1559 ein Rummelpott dargestellt.
Die früheste Aufzeichnung eines Rummelpottliedes findet sich in Karl Müllenhoffs "Sagen, Märchen und Lieder der Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg", Kiel 1845:
Fruken, mak de Dör apen, Lat den Rummelputt 'rin!
Da keem en Schipp von Fehmarn, (Holland), Dat hett en goden (mojen) Wind.
Schipper, wi(ll)st Du wieken? Stüermann, wi'st Du strieken?
Sett dat Seegel op den Top! Gif uns wat iü'n Rummclpott.
Gif uns wat und lat uns gaen, Wi söllt ook noch wieder kamen!
(Ik weet woll, wat de Deerns doet: De Deerns lopt ümmer in und ut.
Hans Lorenz blev en Kind dod, Dat weer jo gar nich trut.
De Deern, de da för güng, De harr en roden Rock an.
De Deern, de da achter güng, De slog de rode Butt, Butt, Butt!

 
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