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Kinderwelt
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  RUMMELPOTT   BRAUCHTUM
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Text-Vorlage: "Spielzeug und Spiele auf dem Lande . . ." von Brugitte Nicolay
 

.1996 erschien die Broschüre "Spielzeug und Spiele auf dem Lande/ Aus dem Kinderleben in der Lüneburger Heide" verfaßt von Frau Brigitte Nicolay,
als Materialien zum Museumsbesuch, von dem Museumsdorf Hösseringen - Landwirtschaftsmuseum
Lüneburger Heide (Siehe: >Quellennachweis >)

Unter dem Aspekt traditioneller Spiele werden neben vielem anderen auch der Rummelpott und hiermit verbundene Themen beschrieben. Das Heft bietet über die nachfolgend wiedergegebenen Textauszüge hinaus, ein interessantes Bildmaterial, sowie weiterführende Hintergrund- und Literatur-Informationen.
Es ist zu beachten, daß der hier verwendete Textauszüg dem Urheberrecht unterliegt und nicht unautorisiert zur gewerblichen Nutzung verwendet werden darf.

Spielzeugmaterial aus Schlachtabfällen
..... Die Schweinsblase schließlich fand vielseitige Verwendung im Spiel der Kinder: Aufgeblasen wurde sie zum Luftballon; anschließend mit Erbsen gefüllt und getrocknet, ergab die Schweinsblase ein wunderbares Lärminstrument. Auch "Rummelpott" und "Waldteufel", weitere Lärminstrumente, bedurften bei ihrer Herstellung der Schweinsblase.
Alle drei Instrumente fanden Anwendung in den Heischegängen, welche die Kinder der ärmeren Bevölkerung an den verschiedenen winterlichen Festtagen – Martinstag, Weihnacht, Silvester, Neujahr, Fastnacht oder Ostern – von Haus zu Haus ziehend veranstalteten.
Sie sangen vor den Türen Bettelverse, in denen um Geld, Kuchen, Obst oder Wurst gebeten wird, und begleiteten diese Verse mit dem eintönigen Geräusch des Rurnmelpotts bzw. auch mit den anderen Lärminstrumenten.
Der selbstgebastelte Waldteufel wurde von ärmeren Stadtkindern auch in Heimarbeit hergestellt und auf dem Weihnachtsmarkt als Spielzeug verkauft. Wie aus zahlreichen Schilderungen hervorgeht, gehörten die "Waldteufeljungen" auf dem Berliner Weihnachtsmarkt einfach dazu.
Auf zeitgenössischen Bildern des Berliner Weihnachtsmarktes des 19. Jahrhunderts bzw. des Anfang des 20. Jahrhunderts sind sie fast immer abgebildet. Das Kapitel der Kinderarbeit im Rahmen der Spielwarenherstellung ist auch ein Thema, welches bei der Präsentation von Spielzeug im Museum oft ebenso vernachlässigt bleibt wie die ausführliche Darstellung der selbstgemachten Spielzeuge. Letzteres wurde an dieser Stelle versucht "nachzuholen". Von der Kinderarbeit im Rahmen seriengefertigter Spielwarenherstellung ein anderes Mal mehr, vielleicht am Beispiel des "Waldteufels".

Der Rummelpott (auch Huckelpott, Hihdeltop, Huttefutte oder Martinspauke genannt):
"In einer angefeuchteten Schweinsblasenhaut wird ein etwa 20 cm langer Rohrstock (Reetstock) festgebunden. Dann wird die Schweinsblase über einen Tonkrug (in Ostfriesland auch über ein halb mit Wasser gefülltes Kuhhorn) gespannt, so daß der Rohrstock nach außen gerichtet ist. Während der Krug nun unter den linken Arm genommen und gegen die Brust gedrückt wird, wird der mit Wachs, Harz oder Speichel bestrichene Rohrstock mit der rechten Hand gerieben, dadurch die Haut in Schwingungen versetzt und ein gurgelnder Ton erzeugt, der durch den Topf als Resonanzboden verstärkt wird.
" (Siehe auch: Waldteufel)

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