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  RUMMELPOTT   BRAUCHTUM
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4.42
Text-Vorlage: "Schleswig-Holst. Wörterbuch." von Otto Mensing
 
 

In den Liedern ist fast immer eine Bitte um Gaben enthalten; diese bekommen sie in Gestalt von Förten (s. II, 212 f.), Kuchen, Nüssen, Äpfeln, zuweilen auch Butterbrot, Lebensmittel oder Geld. Die Rummelpott-Lieder werden nach der Weise "Hans vun Eenerwies" (Wilstermarsch.), das heißt in einem eintönigen Begleitton zur Rummelpott-Musik gesungen.
Das "Rummeln" wurde in ganz Schleswig-Holstein geübt und ist auch heute noch sehr verbreitet, obwohl es um 1860 heißt, diese Sitte sei "dem Untergang nahe" (Jb. f. Ldk, 4, 271). Neuerdings wird besonders in den Städten "gerummelt"; oft genug ist es hier zu einer lästigen Unsitte geworden.
Spärlich belegt ist die Sitte des "Rummelns" für das südöstliche Holstein (Herzogtum Lauenburg) und vor allem für die Westhälfte von Holstein; die Belege aus Dithmarschen scheinen sich auf Heide u. Lunden zu beschränken,
Für Jersbek (Oldesloe) wird bezeugt, daß das "Umsingen" am Weihnachtsabend Rummelpott genannt wurde; daß man einen Rummelpott dabei mitführte, wird nicht gesagt. – Außer der unten bei den Liedern angegebenen Literatur vergleiche noch: Firmenich, Germaniens Völkerstimmen (1850) 3, 59. Heim. 14, 43 ff. 15, 279. 17, 108. 26, 158. 34, 21. 37, 291; Jb. f. Ldk. 4, 174 f., 271. 5, 187; Urdsbr. 6, 30; Nd. Kbl. 7, 9 ff. 8, 34 ff.; Zeitschr. f. Volksk. 13, 226; Kock, Schwansen/2, S. 477; Heimatb. Rendsburg. S. 97; Nds. 18, 298. 320. 21, 93 f. –
Rummelpott
wird vereinzelt scherzhaft für Rummel (s. d,) gebraucht: her mit den Rummelpott, wenn jemand beim Kartenspiel die ganze Einsatzkasse einheimst. – Im Viermannbuch (Fehmarn 1653) werden unter der Aussteuer der Tetke Beyers genannt "4 Rummelpütte"; vielleicht ist Rummelpütte hier Bezeichnung für ein zur Frauentracht gehöriges Kleidungsstück.

Rummelpottlieder:
- a) Fieken (Fru, Fruken bes. in Schleswig, Froken Husum, Trudchen Hus., Lieschen oft, Wieken Stapelholm, Moder Eiderstedt,Husum, Tante Bramstedt, Jungfer Rendsburg, Buur oft), maak de Dör op (apen, los) un laat den Rummelpott in (rin)
oder: de Rummelpott will in (rin) oder: de Rummelpott de kummt, dor kummt en Schipp vun Holland (Amsterdam Husum), dat hett en (vereinzelt: keen) goden (moje Schleswig) Wind (Winn Eutin 1850 Angeln)
oder: mit en goden Wind (Reinfeld),
oder: dat bringt so 'n groot Gewinn (Angeln1880)
oder: hett 'n goden (bösen Schönkirchen) Sinn (Ostholstein),
oder (statt: dor kummt usw.): un wenn dat Schipp vun Holland (Groland Barmstedt) kummt (vereinzelt: wenn dat Schipp na Holland geit), denn hett (gifft) dat goden (moje Schlesw., spaansche Husum, Osten- Mittelschleswig) Wind, oder de Schipper (für: dat Schipp)
und dann: de hett 'n goden Sinn Segeberg, Rendsburg (hett nie Godes in 'n Sinn Plön, denn hett he 'n goden Sinn Fehmarn), Schipper (Scheper Ostholstein), wullt du wieken, Bootsmann (Spel- oft, Stür- Segeberg, Stapelholm, Nordfriesland., Fähr- Angeln, Fahr-mann Schleswig), wullt du strieken (zahlreiche, meist unbedeutende Varianten, z. B.: de Stürmann will reisen, de Kaptän

 
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