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  RUMMELPOTT   BRAUCHTUM
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4.45
Text-Vorlage: "Schleswig-Holst. Wörterbuch." von Otto Mensing
 
 

Die mit dem Reim rummel usw. eingeleiteten Lieder sind besonders in der Gegend. von Kiel, Neumünster, Bramststedt, Kaltenkirchen, Dänischer Wohld, Schwansen, zu Hause, vereinzelt bezeugt sind sie für Plön, Stormarn, Rendsburg, Schwansen, Angeln, Nordfriesland; siehe Förten II, 213 Mitte; Heim. 14, 46. 26, 158; Nd. Kbl. 7, 18 f.; Urdsbr. 6, 174; Jb. f. Ldk. 7, 378 f.; Kock, Schwansen/2, S. 477; Heimatb. Eckernförde S. 179.

c) hau de Katt den Swans af, hau em ni to lang af, laat en lütten Stummel stahn (sitten Ang. Mittelschleswig, Husum), dat de Katt kann wieder (to Dansen Kiel, to Jahrmarkt Schleswig) gahn
oder: dat he wedder wassen kann (Plön, Kiel, Nortorf,Schwansen)
oder: wi möt hüt Abend (nu, morgen) noch wieder gahn (Fürstentum Lübeck, Dänischer Wohld.) oder: dat he kann beten wieder wippen (Angeln, Mittelschleswig, Husum)
oder: dat de Katt kann wieder tippen (titten) Husum,
oder: dat ik kann na Brarup (s. I, 507) hüppen (Schwansen). Dieser Reim wird öfter als selbständiges Rummelpott-Lied verwendet, meist aber an a) angeschlossen (seltener unmittelbar, in der Regel durch kürzere oder längere Zwischenglieder von a getrennt,
z. B. hallo, hallo, hallo oder: Franzmann Plön,
oder: Hans Peter Landsmann Angeln,
oder: giff mi Brood, slaa mi dood mit de kleene Hamer Husum); auch in andern (zusammengesetzten) Rummelpott-Liedern kommt der Reim vor, meist am Schluß. Verbreitungsgebiet des Reimes: Schleswig und Gegend von. Plön u. Eutin, vereinzelt Kaltenkirchen, Rendsburg.
Für Eutin u. Schleswig 1850, Angeln1900 ist bezeugt, daß dieser Reim nach dem Absingen des eigentlichen Rummelpott-Liedes und nach Empfang der Gaben gesungen wurde.
Wenn sie keine Gaben erhalten, so ziehen die Rummelpott-Läufer zuweilen unter Absingen eines Schmähreims weiter, z. B. witten Twern., swarten Twern, dat ool Wief dat gifft ni gern Plön.

- d) (ool) Johann (Hans, Peter) Markmann (Barkmann, Bargmann, Bergmann, Landsmann, Franzmann, Fuhrmann), treckt (hett, treck, teh, mit) 'n roden (langen, olen, tweien) Rock an, dat he wat (oder wenn he nix) verdenen (kriegen,) kann (oder dat du wat verdenen kannst). Diese Reimzeilen werden stets durch Zusätze erweitert:
> 1-a) all wat he verdenen kann, stickt he in sien Rummelpott (in den roden Rock Reinfeld, in de lange Tasch Herrschaft Pinneberg.) Elmshorn, Ütersen.
> 2-ß) Appeln, Bern, Nöt sünd ok good, smitt he de lütten Derns un Jungs in 'n Schoot, denn ward se groot, denn kriegt se 'n Mann, de heet Johann (Ellerbek; nach Mann: denn loopt se dorvan Schwansen);
oder: heidel, diedel, Dansmann, hau de Katt usw., ruum, ruum, ruum, snie di nich in 'n Duum, Gott gef Glück, dat is 'n groot allmächtig Stück Fehmarn;
14, 44 – 45. 26, 158; Nds. 7, 108; Urdsbr. 6, 174; Fehrs, Maren S. 349.

 
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