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_Kinderwelt
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  RUMMELPOTT   BRAUCHTUM
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Aus der Privatsammlung von Herrn Mess / Fehmarn

RUMMELPOTT
Hett August Scheel mal opfrischt (Eine wahre Geschichte)

An 27. Dezember härm wi Kinner Wiehnachten vergeten. Wi härm nu gaffz wat anneres in Kopp. Rummelpott! In Korl Wilder sien Schüün un op de sien Misten warn wi an Seuken na Pappkartons, möglichst witte un starke, un na Konservendosen. Ut de Kartons wulln wi uns Masken basteln, un de Blickdosen brukten wi to de Rummelpott.
Vun Schwienschlachten harr uns Nawer Holst de Blase opwohrt, un de haln wi uns nu. De Blas wörr utenannerscneeden un in warm Wader inweekt. Een stabilen Reethalm wörr in de Mitte befestigt un denn öwer de apen Siet vun de Blickdos spannt un fastbündn.
Vun Schnieder Wiepert, de wär lmker, haln wi uns een beten Wachs, un denn kunn dat Rummeln losgahn.
Bi dütt ganze Tosamseuken dröpen wi uck anner Kinner, un denn frogt eener oder eene bestimmt: „Wullt du mit mi rüm?" Un de Gefrogte sä meistens: „Wat wüllt wi awer singn?" Denn „Lieschen, mak de Döer mal apen" süngn je binah jeder Rummelpott.
De Lüdden süngn je heel oft „Vom Himmel hoch, da komm ich her" oder uck „O Tannenbaum". Awer to de Lüdden hörn wi je nich mehr to.
De Geschwister Gustav un Käte harrn vergangn Johr sungn „Wir wünschen dem Hausherrn einen goldenen Tisch, auf allen vier Ecken gebratne Hühner und Fisch. Wir wünschen der Hausfrau eine goldene Kron', im zukünft'gen Jahre einen jungen Sohn."

Gliek na Wiehnachten 1924 wär ick mit mien Schoolfründ eenig worrn. Ernst wull mit mi rüm. Mien Mudder harr uns een Leed opschreben. De Melodie harrn wi al vun Mudder begreepen, blos de Text seet noch nich fast. Hört mal to:

"Dich grüßen freundlich unsere Lieder, geliebtes Neues Jahr.
Das unter Schmerz und Freude wieder der Zeitenschoß gebar.
Wir danken Gott, daß wir noch leben, und froh ist unser Herz.
Er wolle Heil uns ferner geben und wenden Leid und Schmerz.

Verbreite Heil in jedem Stande, laß Redlichkeit bestehn,
und gib, daß wir im Heimatlande uns alle wiedersehn.
Ach, lieber Gott, gib uns den Frieden, ja Frieden gib, o Herr:
Dem Kranken Heilung, Ruh' dem Müden, dem Armen, was ihm fehlt."

 
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