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_Kinderwelt
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  RUMMELPOTT   BRAUCHTUM
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Text-Vorlage: Hamburgisches Wörterbuch
 

HAMBURGISCHES WÖRTERBUCH
Auf Grund der Vorarbeiten von Christoph Walther und Agathe Lasch, herausgegeben von Beate Hennig und Jürgen Meier, bearbeitet von Beate Hennig, Jürgen Meier und Jürgen Rüge.
Dritter Band, Lieferungen 19-23, L-R, Wachholtz Verlag Neumünster

Zum Brauchtum des Rummelpott wurden folgende Einträge gefunden:

Rummelpott, Rummelputt, m., l. Lärminstrument der Kinder, meist aus einem leeren irdenen Senftopf (Musterkrunk) mit einer über dessen Öffnung gespannten Schweinsblase, in deren Mitte ein ca. 20 cm langer Stock befestigt ist; streicht man mit angefeuchteten Fingern an dem Stock auf und ab, entsteht ein brummendes Geräusch;

Rummelpott lopen/gön: Silvester, auch am Weihnachtsabend (vgl. Kin(d)-jees), zur Fastnacht, vereinzelt vor dem Osterfeuer, ursprünglich „auf Martini", Zus. zu Ri (nach 1755), zogen maskierte, verkleidete Kinder mit dem Rummelpott singend von Haus zu Haus, um Gaben (Süßigkeiten, Geld) für sich zu erbitten; 1656 wurde „das zu Martini übliche Umgehen" mit dem Rummelpott abgeschafft, Gallois, Chronik 3, 244, vereinzelt wurde der Brauch bis Anfang 20. Jh. geübt, 1936 erging erneut ein Verbot; de Kinner, de mit 'n Rummelpott för't Oosterfüür singen den, de Tornkraien burren op, as wenn de Rummelputt geiht Poeck;

Rummelputt-Lieder:

Rummel, rummel röötjen,
giff mi wat in' t Pöötjen,
(ik bün en lütten Könich,
giff mi nich to wenich),
lot mi nich so lange ston,
ik mutt noch en Huus wider gon,
denn go ik no mien Nobersch hen,
dor krieg ik Speck un Brodewust,
adjöö, adjöö, adjöö.
Verbreitet.

Auch mit dem Zusatz:
Mudder mokt de Dör open,
Vadder mokt se to,
wenn ik man eers tein Doler heff,
denn nem ik mi 'ne Fro.
Hamburg

 

Dor kummt 'n Schipp uut Holland,
dat hett so'n mojen/'n noordschen Wind.
Schippmann wullt du wiken?
Spelmann/Bootsmann wullt du striken?
Denn treck dien Segel op un dop
un geet/gev mi wat in' Rummelpott.

Rummel, rummel, dütten,
Fro geven s' mi wat inne Pütten,
Fro gev se mi dat grote Broot,
dat lütt behollt se altohoop,
Fro, gev se mi de langen,
loten s' de kotten hangen!
Fro gev se mi de dicken,
loten s' de dünnen sitten.
Verbreitet,

 
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