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LITAUEN
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CHRONOLOGIE

 
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  HINWEIS: Jene Namen, welche mit dem Zeichen "(?)" abschließen, enthalten landesspezifische, vom internationalen Standard abweichende Buchstaben.
Diese Buchstaben wurden innerhalb des folgenden Textes in die international gebräuchliche Schreibweise umgewandelt.
Im Anschluß findet sich eine gesonderte Auflistung der verwendeten Namen in korrekter, landestypischer Schreibweise.
 

DATEN ZUR GESCHICHTE VON LITAUEN..........................................................

Der erste namhafte Komponist ist Mikolajus Kostantas, auch
Mykolas Konstantinas Ciurlionis(?), geboren 1875, gestorben 10. April 1911.
Er war der frühreife Sohn eines Organisten. Nach dem Besuch der Musikschule des Fürsten Oginski in Plunge und der Hochschule in Warschau, wo er bei Noskowski studierte, gewährte ihm der Fürst ein Stipendium zur Vollendung seiner Studien in Leipzig bei Jadassohn und Reinecke. Er komponierte in Warschau die Kantate "De profundis" für gemischten Chor und Orchester, "Agnus Dei" für 3stimmigen Chor, Variationen für Streichquartett, Kleines-Sonato und kleinere Klavier-Stücke. Sie zeigen noch den dort vorherrschenden Einfluß Chopins.
1901 legte er bei einem Wettbewerb seine sinfonische Dichtung "Im Walde" vor.
Der Aufenthalt in Leipzig erschloß ihm die Kunst Johann Sebastian Bachs, die seiner Klavier-Musik einen neuen Stil von kühner Linienführung und komplizierter Harmonik gab. Als zweites und bedeutendstes Orchester-Werk folgte l907 die sinfonische Dichtung "Das Meer".
Inzwischen war Ciurlionis(?) von der Musik zur Malerei übergegangen, blieb aber in der zyklischen Gestaltung seiner Bildwerke wie "Schlangensonate" oder "Frühlingssonate" den musikalischen Formgesetzen treu. Er starb in geistiger Umnachtung.

Jurij Lawrowitsch Karowitsch, mit litauischem Namen Jurgis Karnavicius(?), geboren 23. April 1884 in Kowno, gestorben 1941, zeigt im Gegensatz zu Ciurlionis(?) eine stärkere Verbindung zur russischen Musik. Er studierte in Petersburg Jura und gleichzeitig Musik bei Vitols(?), Liadow, Steinberg, Rimskij-Korssakow und Glasunow.
Kompositionen: Mit der 1933 aufgeführten "Grazina(?)" wurde Karnavicius(?) zum Begründer der litauischen Nationaloper. Eine Umarbeitung seiner zweiten Oper "Radvila Perkunas" kam nicht mehr zustande. Von 4 Balletten hat sich "Barocco" als bühnenwirksam erwiesen.
Als kriegsgefangener russischer Offizier komponierte er einige Romanzen für Sopran und Viola oder Tenor und Vocal.
Weiterhin schrieb er ein Kammermusik-Konzert nach Edgar Allan Poes "Love", sowie Tenor-Lieder mit Orchester und Sopran-Lieder mit Klavier und dazu zahlreiche Bearbeitungen. von Volksliedern.
Dem 1913 komponierten I. Streichquartett folgten drei weitere, deren bedeutendstes "dem Andenken Stradivarius" gewidmet ist.

Einige litauische Komponisten studierten in Deutschland oder beendeten dort ihre Ausbildung, welche sie während des ersten Weltkrieges unterbrochen hatten.
Juozas Gruodis, geboren1884
, gestorben in Kaunas kurz nach Beendigung des zweiten Weltkrieges, war mit 14 Jahren Organist.
Er studierte in Moskau und später in Leipzig bei Stephan Krehl und Paul Graener.
Kompositionen: Das Ballett "Jurate ir Kastitis" nach einem Volksmärchen, Schauspielmusiken, Sololieder, Chorweisen und Volkslied-Bearbeitungen., ein Streichquartett, eine Violin-Sonate, 2 Klavier-Sonaten und Klavier.-Stücke.
Sein "Sinfonischer Prolog" wurde in Berlin uraufgeführt.

Seine Musik ist von einer sehr herben Klanglichkeit erfüllt.

Juozas Tallat-Kelpsa(?), geboren 1889, gestorben 1948 in Kaunas, bevorzugt den Volkston - im Gegensatz zu Gruodis, dessen Musik eine sehr herbe Klanglichkeit kennzeichnet.
Kelpsa(?)
studierte bei Georg Schumann in Berlin und wurde Gründer des Konservatoriums und des Staatstheaters der litauischen Hauptstadt.

Stasys Simkus
(?), geboren 1887, gestorben kurz nach Ende des zweiten Weltkrieges in Kaunas, war Schüler von Sigfrid Karg-Elert.
Er ist vornehmlich mit Liedern und Chorweisen hervorgetreten. Er ging von der Daina(?) aus.
Als einziges Klavier-Werk gab er Variationen "Silhouettern"heraus. Seine Oper "Pagirenai", Das Dorf beim Gute, wurde 1942 in Kaunas ohne nachhaltigen Erfolg aufgeführt.

Kasimir Viktor Baniti, geboren 1896, war ebenfalls Schüler von Sigfrid Karg-Elert. Er studierte auch Philosophie bei Th. Litt und Kunstgeschichte bei W. Pinder.
1945
siedelte er nach Deutschland über.
Kompositionen: In der Hauptsache Kammermusik, darunter Trio für Violine, Klarinette und Harfe, Vocal.-Sonate und "Nachtgesänge für Klavier.
Seine Schaffensweise ähnelt der Ellers und Medins(?).

Vladas Jakubenas ist als einziger Sinfoniker hervorzuheben. Er wurde 1904 als Sohn eines evangelischen Pfarrers in Nordlitauen geboren.
Ursprünglich Schüler von Vitols(?) in Riga, studierte er dann in Berlin bei Schreker.
Kompositionen: 1932
wurde seine erste Sinfonie in Riga aufgeführt, der bis 1945 noch drei weitere gefolgt sind, ferner eine Rhapsodie für Orchester. Außerdem komponierte er Streichquartett, Lieder und kleinere Klavier- Stücke, die ihn im unter dem Eindruck der Musik Max Regers erscheinen lassen.

Juozas Paka1nis, geboren 1912 gehört zu der jüngeren Generation. Für kurze Zeit war er Schüler von Joh. Nep. David in Leipzig. Jedoch bleibt er in seinen Werken der Tradition verbunden.
Kompositionen: Außer einer "Romantischen Ouvertüre" ist er durch sein Ballett "Die Verlobte" bekannt geworden.

Antanas Raciunas(?) erhielt seine Ausbildung in Frankreich. Er zeigt von allen litauischen Komponisten die stärkste Hinneigung zum französischen Impressionismus.

Einige weitere Komponisten, die aus deutschen Familien des Baltikums stammen, müssen der Vollständigkeit wegen auch genannt werden: Emil Mattiesen, Boris Blacher, Heinrich Feisner(?) aus Estland, Gerhard von Keußler, Kurt von Wolfurt, Oscar von Pander, Gerhart von Westerman und Eduard Erdmann aus Livland.

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Korrekte Schreibweise der mit einem (?) gekennzeichneten Namen:
 
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